Poetry Slam Werkstatt

Poetry Slam Schreibwerkstatt: jeden 3. Mittwoch im zakk, 18.00 Uhr
Im August macht die Schreibwerkstatt Sommerpause.

“ Poetry Slam Werkstatt “ sind monatliche Veranstaltungen, die Schreibbegeisterten unter 25 Jahren Möglichkeiten der literarischen Entfaltung bieten. Das Projekt gliedert sich dabei in die Bereiche Textproduktion und Textveröffentlichung bzw Textvortrag. So kann man in der offenen Schreibwerkstatt auf Gleichgesinnte treffen, an eigenen Texten arbeiten und natürlich ganz offen um Rat fragen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, an dem Poetry Slam für Jugendliche im zakk teilzunehmen und dem Publikum dort eigene Werke zu präsentieren.

Unser Team hilft währenddessen gerne aus bei allen möglichen Problemen, denen junge AutorInnen gelegentlich gegenüber stehen. Offene Fragen werden gemeinschaftlich schließlich oft leichter geklärt. Wie tritt man an Verlage heran? Auf welchen Internetseiten kann man Texte anderer Autoren finden? Diese und weitere Fragen werden beantwortet, um neuen Talenten eine Perspektive zu geben.

In der allmonatlichen offenen Zwischenruf Schreibwerkstatt stehen Worte und Spaß im Mittelpunkt. Es darf jeder vorbeikommen, der gerne alleine oder gemeinsam literarisches verfasst. Die erfahrene Autorin Pamela Granderath ist dabei vor allem auch dafür da, euch hilfreiche Tipps und Feedback zu geben:

 

Pamela Granderath

Literaturförderpreis, unzählige Livetouren und Lesungen und einfach anerkannt – warum dann noch Schreibwerkstätten für Jugendliche?
Na hör mal, was heißt denn hier noch? Die Frage impliziert bei mir, als würde hier einer Schreibwerkstatt etwas unwürdiges zugrunde liegen, was sich nicht mehr lohnt auszuführen oder gar das die Zeit die es dafür aufzuwenden gilt zu schade sei… So muss ich hier deutlich klarstellen, dass es für mich nichts Wertvolleres gibt, als der Einblick in das literarische Schaffen junger Schreibender und mein Wissen an die Zwischenruf-Spongebobs weiter zu geben. Das alle die dort hinkommen den Austausch suchen und Inspiration und Feedback und neue Möglichkeiten sich auszudrücken ist für mich so interessant und spannend, das ich mir gar nicht vorstellen kann, das ich da eines Tages keine Zeit oder Lust mehr zu haben werde, egal wie preisgekrönt oder anerkannt ich je werde.

Du moderierst die Poesieschlacht, die Hinterhoflesung und hast auch lange den Zwischenruf moderiert? Warum hast du diesen Bereich abgegeben?
Der U20 Slam sollte von jungen Menschen moderiert werden, die selbst auch bei U20 Slams auftreten, oder dort eine Weile unterwegs waren und in der Szene gut vernetzt sind. Ich nutze zwar auch neue Medien, bin aber facebook-boykottiererin und twitter-allergikerin, so dass ich zwei wichtige Werkzeuge nicht bediene, die es braucht um den Slam Virus vernünftig bei den Jugendlichen zu verbreiten…

Was passiert eigentlich in den Schreibwerkstätten?
Das worauf die Teilnehmer_innen Lust haben, denn die Inhalte bestimmen alle mit. Ich bin dann bei der Umsetzung behilflich. Das fängt damit an, dass wir neue Slamtexte, Geschichten und Gedichte der Teilnehmer_innen gemeinsam besprechen, ich einzelne Texte via Email rezensiere, oder wir gemeinsam an einem Wettbewerb teilnehmen über selbst produzierten Poesieclips, Hörbüchern oder einer Anthologie bis hin zu Sprechtrainings, um bei einem Poetry Slam besser performen zu können. Die Teilnehmer schlagen manchmal Themen vor zu denen wir dann schreiben, oder wünschen sich konkret eine fachkompetente Erläuterung was eigentlich eine richtige Kurzgeschichte ausmacht und stellen eben Fragen zu allen literarischen Angelegenheiten. Ich bin quasi ein reales analoges google… Manchmal gehen wir auch zu Lesungen, oder geben selber welche – zum Beispiel auf dem Bücherbummel.

Wenn ich neu wäre und zum ersten mal in die Schreibwerkstatt komme, was passiert dann?
Zuerst stellen sich alle Anwesenden vor und ich erzähle ein wenig über die Schreibwerkstatt (ungefähr das, was ich auf Frage 3 geantwortet habe…), dann bitten wir die neu hinzugekommene Person etwas über sich und den eigenen Schreibstil zu erzählen. Gerne hören wir auch ein paar Textproben, nachdem wir selbst einen Einblick gegeben haben; also gerne eigene Texte mitbringen. Falls einem Vortragenden die Kehle dabei trocken wird, haben wir immer Wasser parat…

Wenn du an Literatur denkst, was fällt dir als erstes ein?
Das Wort Genial, weil man unendlich, unglaublich, phänomenal viel mit Sprache und 26 Buchstaben anstellen und experimentieren kann, so dass es mir nie langweilig wird mich damit zu beschäftigen. Wenn ich etwas länger nachdenke dann fallen mir tolle Bücher ein, die ich gelesen habe und die ich selbst nie schreiben könnte (heul – voller Bewunderung natürlich), phantastische, dramatische sowie lustige Gedichte und immer viel Spaß beim verfassen eigener Texte und dem Produzieren von konkreter und visueller Poesie! Und vor dem Einschlafen bedanke ich mich immer bei meiner Grundschullehrerin, die mich alphabetisiert hat…

Deine schönste Erinnerung an eine Zwischenruf Schreibwerkstatt?
Es gibt nicht die „Eine“ schönste Erinnerung, es sind sehr viele, die mir sofort durch den Kopf schießen. Das waren Texte die mich tief berührt oder gekitzelt haben oder wenn ein Zwischenrufer_in einen Preis oder Slam gewonnen hat. Ein Highlight war auf jeden Fall das Hörbuch „der Name der Seuche“! Da habe ich fast geheult als ich es das erste Mal gehört habe, so gut ist das geworden!